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Die Einladung erfolgte durch das deutsch-niederländische Kooperationsprojekt „Ler(n)ende Euregio – ein nachhaltiges Kooperationsnetzwerk der Berufsbildung“ (gefördert durch das Programm Interreg IVA) Das Ziel der Studienfahrt (19.-20.05.) war, eine Übersicht über die schulische Berufsausbildung an Niederländischen Schulzentren (ROC – Regionaal Opleidings Centra) zu bekommen und Kooperations- möglichkeiten auszuloten.
Das HHBK war durch den stellvertretenden Schulleiter Herrn Schmiemann und durch den Bildungsgangsleiter Mechatronik Herrn Kastens vertreten.
Besucht wurde das ROC 12 in Ede, ein Unternehmen der Lebensmittelindustrie und das „Graafschaap College“ in Doetinchem. Zur Situation der Berufsausbildung in den Niederlanden: Alle Schüler, der Jahrgänge ab der 10.Klasse, die nicht die gymnasiale Oberstufe besuchen, werden hier zusammengefasst. Die Berufsausbildung ist in vier Anspruchsniveaus gegliedert. Von einfachen Berufen (Stufe 1) bis zu anspruchsvollen Ausbildungen, die unserem Technikerabschluss entsprechen (Stufe 4). Die Stufen sind durchlässig angelegt.
Die Schulen sind über die Kopplung zwischen Mittelzuwendung und Schulerfolg gehalten, sich intensiv um die einzelnen Schüler/Auszubildenden zu kümmern. Die Ausbildung erfolgt im Wechsel zwischen schulischen Abschnitten und längeren beruflichen Praktika in kooperierenden Betrieben.
Die Ausstattung der Schulzentren in der Mechatronikerausbildung ist beeindruckend: neben der üblichen PC- und Werkstattausrüstung ist jeder Schule eine automatisierte Fertigungseinrichtung angegliedert, die in der Lage ist, industriegerechte Produktions- bedingungen und –niveaus zu realisieren. Wir konnten eine Fruchtsaftabfüllanlage („Sapfabriek“) besichtigen, die Produktions- und Konstruktionsaufgaben für die Lebensmittelindustrie bearbeitet. Umfangreiche Sponsorenmittel und ein selbststän- diges Schulmanagement haben dies möglich gemacht.
Beeindruckend war das Ergebnis eines Mechatroniker Projektes des „Graafschaap College“. Mit Mitteln der industriellen Automatisierungstechnik wurden ferngesteuerte Geräte gebaut, die dann in einem „Robowar“aufeinander losgelassen wurden. (YOUTUBE - „graafschap college robowar“)
In einer Abschlussrunde trafen sich die Lehrer der beteiligen niederländischen und deutschen Schulen mit den Beauftragten der „lernenden Euregio“. Von deutscher Seite wurde der Einblick in den hohen Standard der Mechatronikerausbildung an niederländischen ROCs begrüßt. Die Problematik der Nicht-Anerkennung niederländischer Abschlüsse durch deutsche IHKs und die europäische Perspektive der Gleichstellung der Berufsausbildungsabschlüsse in der EU wurden intensiv diskutiert.
Es wurde eine erste direkte Unterrichtskooperation zwischen einer deutschen und einer niederländischen Berufsschulen angestoßen und für den Herbst ein Anschluss- treffen in Düsseldorf vereinbart. Für grenzüberschreitende Kooperationen auf Betriebs-, Lehrer-oder Schülerebene stehen EU-Fördermittel bereit.
Die Beteiligten kamen mit einem sehr positiven Einblick in diese andere Art der Berufsausbildung zurück. Dass die Qualität der Ausbildung nicht nur von den äußeren Rahmenbedingungen, sondern besonders vom Engagement der beteiligten Kollegen abhängt, wurde wieder einmal eindrucksvoll bestätigt. Mit der festen Absicht des Ausbaues von weiteren Kooperationen ging die Runde auseinander. |
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