Der Bildungsgang Chemisch-Technischer Assistent / Chemisch-Technische Assistentin wurde 1974 an der damaligen Metallgewerblichen Berufsschule II, der späteren Städtischen Schule für Metalltechnik und Chemie als zweijähriger Vollzeitbildungsgang eingerichtet. Zehn Jahre später wurde der Bildungsgang um ein Jahr verlängert und die Prüfung mit der Zuerkennung der Fachhochschulreife verbunden. Für Hochschulzugangsberechtigte (Abitur oder FHR) wurde ein zweijähriger Bildungsgang eingerichtet.
Wegen der rückläufigen Schülerzahl gibt es jedoch seit 1999 keine eigenständigen Klassen mehr und die Bewerberinnen und Bewerber treten direkt in die Mittelstufe des dreijährigen Bildungsganges ein. Es wird jedoch Sorge getragen, dass alle Inhalte des Lehrplans vermittelt werden. In der Oberstufe kommen die Absolventen des Marie-Curie-Gymnasiums in Neuss hinzu, die in einer besonderen Zusatzqualifikation neben dem Abitur auch die Unterstufe der zweijährigen CTA-Ausbildung unterrichtsbegleitend durchlaufen haben.
Der Tätigkeitsbereich Chemisch-Technischer Assistentinnen und Assistenten umfasst insbesondere analytische, präparative und physikalisch-chemische Arbeiten. Dabei lösen sie selbständig technische und organisatorische Aufgaben in vorgegebenem und kontrolliertem Rahmen. Chemisch-technische Assistentinnen und Assistenten haben beim analytischen Arbeiten neben den herkömmlichen nassanalytischen insbesondere instrumentell-analytische Verfahren mit Probenahme, Probenvorbereitung und Methodenoptimierung anzuwenden. Sie sind in der präparativen Chemie mit der Herstellung anorganischer und organischer Verbindungen, sowie der Isolierung und Weiterverarbeitung von Verbindungen aus Naturstoffen betraut. Zur Lösung komplexer Aufgabenstellungen bedienen sie sich auch spezieller biochemischer Methoden. Mit physikalischen Mess- und Prüfverfahren bestimmen sie laborrelevante physikalische und anwendungstechnisch-stoffspezifische Eigenschaften.
Darüber hinaus werden Chemisch-technische Assistentinnen und Assistenten mit Aufgaben des Datenmanagements, der Ver- und Entsorgung, sowie der berufsrelevanten gesetzlichen Regelungen, Richtlinien und Normen zu Arbeitssicherheit und Umweltschutz konfrontiert.
Ziel der Ausbildung ist die Befähigung der Chemisch-Technischen Asssistentinnen und Assistenten zur verantwortungsvollen Lösung dieser Aufgaben in organisatorischer und ausführender Hinsicht. Mit ihrer Fach- und Methodenkompetenz erfassen sie strukturelle und organisatorische Probleme und entwickeln im Rahmen der Sozialstruktur Lösungsansätze und deren Realisierung.
Für Hochschulzugangsberechtigte ist diese Ausbildung eine sinnvolle praxisnahe Studienvorbereitung, da sie zum einen viele Fertigkeiten vermittelt, die ein wesentlich zügigeres Durchlaufen der Hochschulpraktika erlaubt, in manchen Fällen wird sogar ein Teil der Pflichtpraktika an den Hochschulen erlassen, so dass ein Teil der investierten Zusatzzeit kompensiert wird. Zum andern gibt ein erlernter Beruf neben der Möglichkeit, in den Semesterferien eine qualifiziertere Tätigkeit auszuüben, auch eine gewisse Absicherung bei Studenabbruch. Viele Absolventen haben sich so zu Ingenieuren und Chemikern qualifiziert, oder bekleiden nach Weiterqualifikation an der Fachschule für Technik interessante Funktionen im mittleren Management.